Gegenstandpunkt 1-26 jetzt erhältlich

Schlimme Zustände auf der Welt, schwere Zeiten für Deutschland

Weil der Ukraine-Krieg nicht aufhört? Nein. Der ist ganz im Sinne Deutschlands. Das Schlimme ist, dass die USA unter Trump mit ihrem Willen, dem Krieg ein MAGA-mäßiges Ende auch gegen deutsch-europäische Ansprüche zu setzen, unberechenbar geworden sind. Das Gute ist aber, dass Selenskij sein Volk für uns immer weiter opfert. Und das Allerbeste ist, dass unter deutscher Führung die Konfiszierung russischen Vermögens für ein Reparationsdarlehen der EU dafür sorgt, dass unserem Mann in Kiew für seine guten Werke nicht vor der Zeit das gute Geld ausgeht.
Weil im Nahen Osten schon wieder ein großer Krieg gegen den Iran tobt? Nein. Den begrüßt Merz wieder als gelungene ‚Drecksarbeit‘. Das Schlimme ist, dass Deutschland bisher komplett ausgemischt ist aus dem nahöstlichen Kriegsgeschehen und auch aus dem Frieden, den Trump als Chairman für das Heilige Land beschlossen hat und der Region aufs Auge drückt.
Weil Trump das Vorrecht seines weißen Herrenvolkes auf die amerikanische Hemisphäre propagiert und im Innern gegen Fremde vorgeht, wie man es sonst von Besatzungsmächten kennt? Nein. Daran findet Merz nichts auszusetzen – er bekämpft in Deutschland mit Verweis auf deutsche Stadtbilder, deutsche Töchter und ähnliches Kulturgut das Übel Migration ja auch. Das Schlimme ist, dass Trump seine regierungsamtliche Fremdenfeindlichkeit im Rahmen einer amerikanischen Erneuerungspolitik betreibt, die auch als Angriff auf die Politik gemeint ist, die in Europa unter deutscher Führung nach innen und außen gemacht wird. Gut also, dass Merz inzwischen neben seinem Opportunismus gegenüber Trump sich demonstrativ von ihm abgrenzt und versucht, mit genuin deutscher Stärke und nationalem Egoismus die neuartige Rivalität mit Amerika aufzunehmen.
Weil bei all den Sachen wie Aufrüstung, Ukraine-Krieg, Handelskrieg mit den USA … das Volk Abstriche vom Lebensstandard machen muss? Nein. Damit kann der Kanzler seines Volkes gut leben – er preist seine Verarmungspolitik, z.B. mit der x-ten Gesundheitsreform, geradezu an als das willkommene Ende von alten Zöpfen wie „Work-Life-Balance“, telefonischer Krankmeldung und ähnlichen Wirtschaftsstraftaten. All die Abstriche vom Sozialstaat braucht es nämlich, damit Deutschland keine Abstriche an seiner ökonomischen Stärke zu machen braucht und endlich die weltpolitische Rolle bekommt, die ihm zusteht.
Weil mit der AfD eine offen xenophobe Partei die inzwischen stärkste Opposition ist? Nein – darin sind Merz samt Mit-Christen und die AfD so einig, dass es eigens eine Brandmauer braucht, damit seine Union weiß, dass die von der AfD die Falschen sind. Das Schlimme ist der Gegensatz der zwei nationalen Notstandsdefinitionen von CDU und immer stärkerer AfD. Sie treffen sich zwar im Hass auf alles Fremde, aber: Die CDU will die in die Krise geratene imperialistische Räson der alten BRD, den Aufwuchs zur Vormacht eines ‚Vereinten Europa‘ unter dem militärischen ‚Schutzschirm‘ der Nato, retten – die AfD sieht in dieser Krise die Gelegenheit dafür, endlich zu überwinden, was sie noch nie für guten deutschen Imperialismus, sondern immer schon für internationalistischen Volksverrat gehalten hat. Gut also, dass die Machtgeilheit der Christen einstweilen stärker ist als ihre Abneigung gegen die SPD, in der Merz den Helfer für alles hat, was in diesen Zeiten ansteht.


In Hamburg ist der GegenStandpunkt u.a. erhältlich bei:

  • Buchhandlung im Schanzenviertel, Schulterblatt 55
  • Kurt Heymann, Eppendorfer Baum 27 ·
  • Axel Lüders, Heußweg 33 ·
  • Freiheit & Roosen / HAFENSCHLAMMREKORDS – Kleine Freiheit 80
  • Copyshop Adupuc, Grindelallee 32
  • Hauptbahnhof / Bahnhof Altona und Airport Hamburg

Im Wendland: Zigarren Stahlblock, Lange Straße 1, 29451 Dannenberg

Der GegenStandpunkt kann auch im Buchhandel oder direkt beim Verlag bestellt werden:
GegenStandpunkt Verlagsgesellschaft, Kirchenstraße 88, 81675 München
ISSN 0941-5831, € 15.

Flyer und Veranstaltung zum Wehrpflichtstreik

Pistorius klärt die Jugend auf:

Der Preis „unserer Lebensart“:
Töten und Sterben für den Staat

Die Bundesregierung macht das Land kriegstüchtig. Dafür steckt sie Abermilliarden nicht nur in die Aufrüstung der Bundeswehr, sondern will euch für den Dienst an der Waffe.

Auf den wollt ihr euch nicht verpflichten lassen und geht auf die Straße.

Prima – lobt das ausgerechnet der Verteidigungsminister. Warum? Weil euch der Staat glatt protestieren lässt. Derselbe Typ, der euch den Dienst an der Waffe einbrockt, gratuliert euch dazu, dass ihr öffentlich dagegen sein dürft. Ihr sollt den Grund eures Protestes vergessen, weil er euch erlaubt ist. Das sollt ihr als Großzügigkeit würdigen, auch und gerade wenn völlig klar ist, dass ihr eingezogen werdet, wenn nicht genug Kanonenfutter zur Verfügung steht.

Dabei ist dem politischen Befehlshaber der Armee nichts zu blöd, mit dem er bebildert, „was in unserem großartigen Land möglich ist“. Natürlich sollt ihr dabei nicht daran denken, dass diese Großartigkeit offenbar auch „Töten und Sterben“ ein- und die Weigerung, sich dafür herzugeben ausschließt. Worauf ihr den Blick richten sollt, ist schon wieder die euch gewährte Freiheit: „das heißt, ihr dürft glauben, an was ihr wollt, ihr könnt lieben, wen ihr wollt, ihr könnt euch bewegen, wie ihr wollt…“. Echt? Recht besehen ist daran nur abzulesen, wie gründlich der Staat selbst die kleinsten persönlichen Vorlieben mit seinen Gesetzen reguliert – nach Pistorius wird euch damit aber ein wunderbares „Geschenk“ gemacht, nämlich eine ganze „Lebensart“.

Worin die wirklich besteht, weiß ein Machthaber wie der bestens: schließlich regieren diese Typen eine auf kapitalistischen Gelderwerb festgelegte Gesellschaft, in der sich die Mehrzahl der Leute ein Leben lang in einem System aus Abhängigkeiten und Nöten behaupten muss. Das tut aber hier nichts zur Sache, weil er die Lebensart, die er definiert, als euren Herzenswunsch präsentiert, so als wäre die euer innigstes Sehnen und Trachten.

Die Dreistigkeit, mit der er daraus seinen Schluss zieht, ist schon bemerkenswert. Nicht der Staat greift auf die jugendliche „Ressource Mensch“ zu, wie er sie für den Kriegsdienst braucht, sondern ihr sollt „unsere Lebensart“ verteidigen, weil euer Gewissen das gebietet: Wer das freigebige „Geschenk“ des Staats in vollen Zügen genießt, der muss das auch, wenn der Staat ruft, mit seiner Kriegsbereitschaft dankbar abgelten.

Immerhin, diese brutale Zumutung ist der Botschaft von Pistorius zu entnehmen. Den Schulabgängern, die gegen „Drill und Gehorsam in den Kasernen“, gegen „Töten und Sterben“ auf dem Schlachtfeld ihren Protest demonstrieren, führt der „beliebteste Politiker“ vor, wie der geforderte „Mentalitätswechsel“ geht.

Darüber wollen wir diskutieren:

Diskussionsveranstaltung
Donnerstag, 19.03.2026 – 19:00 im Centro Sociale – Sternstraße 2 – 20357 Hamburg

 

Plakat hier
Flyer hier

Und hier der Text/die Lektion von Pistorius für die streikenden Schüler via Instagram:

#verteidigungsministerium

Bevor morgen der Gesetzentwurf zum Neuen Wehrdienst in die Zweite und Dritte Lesung im Deutschen Bundestag geht, hat Minister @boris.pistorius noch eine Botschaft an alle Schülerinnen und Schüler.

— Transkript —

Hallo, morgen ist der große Schülerstreik gegen das neue Wehrdienstgesetz.
Allein schon die Tatsache, dass ihr morgen überall in Deutschland auf die Straße geht, zeigt, was in unserem großartigen Land möglich ist. Jeder kann gegen und für alles demonstrieren. Die Meinungsfreiheit ist eine große Errungenschaft unserer Demokratie.
Aber nicht nur die. Unsere gesamte Art zu leben ist ein Geschenk, aber eines, das wir jeden Tag verteidigen müssen, und zwar nach innen, gegen die Feinde der Demokratie, aber auch nach außen.
Und wenn, sagen wir, wenn ihr in Zukunft, also in 10, 20 oder 30 Jahren, noch genauso leben wollt wie heute – das heißt, ihr dürft glauben, an was ihr wollt, ihr könnt lieben, wen ihr wollt, ihr könnt euch bewegen, wie ihr wollt und ihr könnt demonstrieren für und gegen was immer ihr wollt, dann müsst ihr dafür auch eintreten wollen.
Und deswegen geht es bei diesem Wehrdienstgesetz auch nicht darum, dass irgendjemand verpflichtet werden soll, Wehrdienst zu leisten, sondern darum, dafür zu werben, es zu tun. Weder die Demokratie noch der Staat können sich selber verteidigen, das müssen Menschen tun, so wie in der Vergangenheit auch.
Und je stärker wir diese Bereitschaft zeigen, desto wirksamer ist unsere Abschreckung und je besser unsere Abschreckung ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir niemals in die Situation kommen, uns verteidigen zu müssen.
Deswegen machen wir das – nicht, um euch zu ärgern, nicht um euch etwas aufzudrücken, was ihr nicht wollt, sondern darum, dieses Land, das so wunderbar und großartig ist, bei allen Schwächen, die es hat, um dieses Land zu schützen. Das ist unsere Aufgabe.

— Ende des Transkripts —

GegenStandpunkt 4-25 jetzt erhältlich

GegenStandpunkt 4-25

Große Führer lieben ihr Volk. Darum beglücken sie es kompromisslos mit Verhältnissen, in denen es gar nicht anders kann, als für die Größe der Nation da zu sein. Denn das ist die höchste Pflicht des Volkes, zugleich sein höchstes Recht, also seine eigentliche Bestimmung.
Der MAGA-Präsident macht es vor: Trump ruft einen Generalnotstand für das großartige Amerika aus, das er zugleich für total heruntergewirtschaftet hält. So will er dafür sorgen, dass die Nation wieder die globale Vor- und Allmacht ausspielt, die seine Vorgänger verraten und vergeigt, also dem amerikanischen Volk geklaut haben. Letzteres hat sich seit längerem an ausländische Drogen und hauseigene Lebensmittelmarken gewöhnt, statt sich auf der Jagd nach Dollar für Amerikas Größe nützlich zu machen. Mit seinem Kampf gegen Migranten, den Sozialstaat, Wokeness und seine politischen Kontrahenten, denen er die Ausbreitung all dieser Seuchen zur Last legt, verhilft Trump seinen Amerikanern dazu, wieder großartig, also richtig amerikanisch zu sein:
Das amerikanische Innenleben wird MAGA. Mehr Freiheit der Regierungsmacht für mehr Großartigkeit der Weltmacht

Der Rest der Welt macht es nach: Z. B. der deutsche Kanzler, der unzufrieden ist mit denen, die er regiert: Die einen sind hier, obwohl sie keine Deutschen sind. Von seinen Deutschen arbeiten zu viele nicht, sondern leben im Luxus des staatlich bereitgestellten Existenzminimums; diejenigen, die arbeiten, tun das viel zu kurz – pro Woche und überhaupt gemessen an ihrer überbordenden Lebensdauer; und sie bestehen unter dem Slogan ‚work-life-balance‘ auch noch darauf, dass ihre Arbeit sich irgendwie für sie lohnt. Des Kanzlers ‚Herbst der Reformen‘ soll ihnen solchen Unfug austreiben. Und seine Politik gegen Migranten verbürgt, dass Deutsche ihre erzwungene Anpassung an jede staatliche Vorgabe stolz als Privileg fühlen können:
Armut, Rente, Arbeitszeit. Der Herbst der Reformen und „Stadtbild“

Er hat ja auch viel vor mit ihnen: den Aufstieg Deutschlands zu einer kontinentalen Kriegsmacht, die so mächtig ist, dass die nukleare Weltmacht Russland auf demselben Kontinent keinen Platz hat. Das ist Deutschlands Antwort auf MAGA: Es will Russland den Platz, den es sich bereits verschafft hat und beansprucht – wenn es sein muss, nicht nur per Stellvertreterkrieg – abknöpfen, auch wenn und gerade weil MAGA-Land dafür nicht mehr als Führungs- und Garantiemacht zu haben ist. Die Potenz, sich mit dreistelligen Milliardensummen zur Führungsmacht für Europas Anti-Russland-Fundamentalismus herzurichten, hat Deutschland allemal. Die setzt Merz ein und verpasst seinem Volk damit die „Lage zwischen Krieg und Frieden“, die es zu der Kriegstüchtigkeit erzieht, die ansteht:
Europa im hybriden Krieg für einen emanzipierten Imperialismus und Der deutsche Militarismus in der Zeitenwende. Kriegsbereitschaft heute

Und zwischendurch beweisen Staatsmänner auch in Asien, dass sie die Zeichen der MAGA-Zeit verstanden haben: Indien und Pakistan liefern sich einen Krieg, weil ihre Anführer wissen, dass nur die Gewalt, die sie wirklich einsetzen und deren Eskalation sie damit glaubwürdig ankündigen, den Ansprüchen Recht verschafft, die sie in Sachen imperialistischer Größe erheben. Mit der „Stärke der internationalen Rechtsordnung“, die Trump der in dieser Floskel immer schon enthaltenen Lüge überführt und auf den Müllhaufen der Geschichte befördert hat, können auch sie nichts mehr anfangen, seit Trump ungeschminkt das Recht des Stärkeren geltend macht und vorlebt:
Kaschmir-Konflikt im Frühjahr 2025. Ein kriegerischer Machtbeweis Indiens – und ein amerikanisches Machtwort zur Klarstellung der Kräfteverhältnisse


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