Texte zur Ökonomie

28 Texte insgesamt. 1-5

Was ist Marktwirtschaft? 
Vortrag von Dr. Peter Decker im PDF Format.
Das Thema klingt auf den ersten Blick wie die selbstverständlichste Sache der Welt: Unsere Wirtschaftsweise heißt Marktwirtschaft, in Deutschland sogar näher „Soziale Marktwirtschaft“. Es scheint klar zu sein, daß das ein Name für eine Sache ist. Tatsächlich aber ist das Wort Marktwirtschaft schon ein vollständiges ideologisches Programm. Marktwirtschaft ist ein verkehrter Name für die Sache, die er bezeichnet und enthält schon eine ganze
Deutung.  [mehr] 
„Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland“: Wie Siemens die selbst hergestellte Notlage seiner Belegschaft ausnutzt und warum die Betroffenen sich erpressen lassen
Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich – Rückkehr zur 40-Stunden-Woche – das ist schon lange üblich in deutschen Unternehmen, meistens im Osten, immer öfter aber auch im Westen. Vielerorts wird es mehr oder minder informell – an allen Tarifverträgen und Regeln der innerbetrieblichen Mitbestimmung vorbei – angeordnet, leider von vielen Belegschaften widerstandslos hingenommen, weil ihnen die Begründung der Unternehmensleitung einleuchtet, nur so sei eine außerordentliche Notlage des Unternehmens zu bekämpfen. Erhalt des Arbeitsplatzes – bei Millionen Arbeitslosen ausgerechnet durch kostenlose Mehrarbeit – lautet die erpresserische Forderung der Unternehmer, die ihren Notstand erklären. Und die Erpressung zur Überbeschäftigung wirkt, eben weil die vielen Millionen Unbeschäftigten vor den Toren für jede Arbeit zu jedem Lohn bereit stehen. Die Gewerkschaften haben den Unternehmen längst Klauseln zugestanden, Tarifverträge nach unten zu öffnen, um Notlagen der Eigentümer mittels Vergrößerung der Not ihrer Mitglieder zu bekämpfen. Einst gegründet als Koalition zur Aufhebung der Konkurrenz der Lohnarbeiter sagen Gewerkschaften so ja zu der wechselseitigen Konkurrenz der Beschäftigten gegen die Unbeschäftigen, die die Unternehmer veranstalten, um mit der Drohung der „Personalanpassung“ aus gleichbleibenden Personalkosten immer längere Arbeitszeiten herauszuquetschen, immer mit der Begründung, nur so seien „Engpässe“ aller Art ohne Arbeitsplatzverlust zu meistern.  [mehr] 
Worum geht’s beim „Sozialkahlschlag“?
Um eine nationale Offensive gegen den Lohn
– für überlegene deutsche Wirtschaftsmacht

1. Die Herrschenden meinen es ernst mit der Volksverarmung. Die Nöte im Portemonnaie, die sie mit dem Sozialstaatsumbau der lohnabhängigen Menschheit bescheren, sind keine bedauerliche Nebenwirkung einer eigentlich gut gemeinten Sanierung der Sozialkassen; sie sind auch kein Fehlgriff bei der Verfolgung des lobenswerten Zwecks namens „Schaffung von Arbeitplätzen“; sie sind weder ein kurzfristiges Antikrisenprogramm noch die eigentlich ungewollten Kollateralschäden einer aktuellen Finanznotlage: Sie sind gewollt. Die Kosten des Sozialen sollen gesenkt werden – und zwar auf Kosten der Versicherten! Der Druck zur Annahme immer schlechter bezahlter Arbeit, den die Kürzung der Leistungen aller Kassen auf Arbeitende und Arbeitslose gleichermaßen ausübt, ist Zweck der Veranstaltung: Die Arbeit soll billiger werden, damit das Kapitalwachstum vorankommt.   [mehr] 
Zur Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie (II)
Wie die IG Metall ihre Ideologie von der “Lohngerechtigkeit” preisgibt, um weiterhin vom Kapital als Verhandlungspartner bei der vertraglichen Regelung der Ausbeutungsbedingungen der Lohnarbeit anerkannt zu werden.
Was die Arbeitgeber der Metallindustrie, fordern gefällt der IG Metall überhaupt nicht: Ausdehnung der Wochenarbeitszeit, unbezahlte Stunden, möglichst nur noch betriebliche Vereinbarungen, also Hinausdrängen der Gewerkschaft als “Tarifpartner –, das führte ja zur Preisgabe ihrer Verhandlungsmacht, wäre also der Anfang vom Ende ihrer Position als Tarifvertragspartei. So sieht es erst einmal aus, als käme es zu einer harten Auseinandersetzung mit dem bekannten Drum und Dran: Streikdrohungen und Warnstreiks. Am Ende steht jedoch eine “überraschend schnell” zu Stande gekommene Vereinbarung, die das Hauptanliegen der IGM bedient: Sie wahrt ihre Tarifhoheit – und dafür kommt sie den Arbeitgebern in allen anderen Fragen, bei deren materiellen Ansprüchen, gerne entgegen.  [mehr] 
Die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie (I): Die Arbeitgeber fordern, jeder gibt ihnen Recht ...
Die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie bot in diesem Jahr eine aufschlussreiche Neuerung: Wirklich fordernd trat nicht die IG Metall auf, sondern der Verband der Arbeitgeber. Er verlangte – und wie man weiß, bekam er es auch – eine Ausweitung der Wochenarbeitszeit auf bis zu 40 Stunden und er wollte keineswegs verpflichtet sein, diese zusätzlichen Stunden zu bezahlen. Überstundenzuschläge sind sowieso aus der Welt. Warum das sein muss, begründete der Unternehmerverein so:
„Wir müssen den Auszehrungsprozess stoppen und dürfen deshalb den Verteilungsspielraum nicht vollständig für Einkommenserhöhungen ausschöpfen.“ (Pressemitteilung Gesamtmetall, 12.12.03)
Da ist die Rede von einem „Auszehrungsprozess“, an dem „Einkommenserhöhungen“ – gemeint sind die der Arbeitnehmer – schuld sein sollen. Lassen wir mal weg, wie dass passieren konnte, wenn – wie das Statistische Bundesamt vermeldet – die Reallöhne und die so genannte „Lohnquote“ ständig sinken. Interessant ist die Abhilfe, die die Unternehmer im Auge haben: Sie wollen Arbeit haben, die sie gar nicht bezahlen.  [mehr] 

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